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Das etwas "besondere" Nichtmehrraucherforum mit dem ein wenig mehr an Toleranz, Akzeptanz und Respekt, offen für alle die einen Versuch wagen wollen oder schon gewagt haben!

 

 

mein langer weg zum nichtmehrraucher!

tja, wo fange ich nun an ??? am besten am anfang:
mit 14 jahren rauchte ich meine erste zigarette....natürlich wußte man auch damals schon (1969), daß zigaretten nicht gesund sind...aber mit 14 jahren ist man unsterblich....krankheit?, tod?, das trifft doch nur die anderen...kranken alten...und man konnte sich so herrlich erwachsen damit fühlen und gegen die eigenen, viel zu strengen eltern rebellieren....ihnen so richtig eins auswischen...heimlich zuerst...später dann, als die eltern nix mehr zu sagen hatten, eben auch offen.
zuerst waren es nur ein paar kippen am tag....damals bekam man noch nicht soviel taschengeld...später, mit eintritt in die lehre (grins, heißt heute auch anders, schade) hatte man mehr geld und der zigarettenkonsum wurde mehr. überall durfte man damals ja auch rauchen....und es galt als cool....nichtraucher wurden ein wenig herablassend belächelt. sogar auf der arbeitsstelle durfte man rauchen, fast alle rauchten dort. mit ca 20 jahren, rauchte ich schon über eine schachtel am tag, mit 23 war ich schon bei 2 schachteln HB angelangt, hatte nen ziemlich stressigen job mit ständigem termindruck und der griff zur kippe erfolgte automatisch.

dann urplötzlich, ungeplant, unbemerkt (jaja...das gibt es!!!!) war ich schwanger...der 4. monat schon fast rum. rauchen aufhören??? wie denn nur??? mein dok sagte, reduziere soweit du kannst, ein kompletter entzug jetzt würde deinem baby nicht gut tun....naja, das tat ich, rauchte dann r6, damals die leichteste ziggi...ca 10 stück am tag ... mehr runter ging nicht, so abhängig war ich schon!!! naja, hatte ja schon 10 jahre hinter mir.gott sei dank hat es dem baby nicht geschadet, es hatte noch nicht mal entzugserscheinungen nach der geburt und findet rauchen bis zum heutigen tag ekelig !!!
fünf jahre später....in einer ziemlich blöden lebensphase passierte es dann:
ich hatte ne tierische bronchitis, die nicht mehr weg ging...verschleppt...damit gehe ich doch nicht zum dok...ist doch nur was für weicheier...wird schon wieder weg gehen.
eine turbulente beziehung endete in unglaublichem seelischem stress (liebeskummer bis zum abwinken)
und ich bekam eine stauballergie (normal in zeiten der herabgesetzten widerstandsfähigkeit durch siehe oben)
aus diesem allem resultierte ein allergisches bronchialasthma, das ich bis heute habe!
nicht, daß ihr denkt das hätte mich bewogen über das rauchen ernsthaft nachzudenken...nee nee...auch mit 29 ist man noch unsterblich und die medikamente haben ja auch klasse geholfen.
weitere 10 bis 11 jahre plätscherten so dahin....mein töchterchen war mir eine große freude...die männer kamen und gingen grins....manche blieben länger manche nicht....es war immer schön....am schönsten die zeiten mit zusätzlichen kindern die mein leben sehr bereichert haben.....immer mit 40 stunden job...manchmal mit nebenjob am wo-ende....es waren wunderschöne interessante abenteuerliche jahre...möchte keines missen
allerdings....gesundheitlich gings mir langsam aber sicher schlechter....mit 30 habe ich aus geldmangel und überzeugung angefangen zu drehen, tabak ohne filter....mit 40 rauchte ich ein päckchen tabak am tag...am wo-ende auch schon mal mehr....und die besuche beim und vom notarzt wegen luftmangel häuften sich...zuerst war das alle paar jahre mal....danach bekam ich das problem durch andere medikamente gut in den griff. mit anfang 40 sagte mein lungenfacharzt, daß ich eine beginnende copd hätte....vorsicht also...das wird immer schlimmer und ist irreparabel.
nun fing ich langsam an nachzudenken...(ich glaube, in dem alter tun das die meisten)...ich war nicht mehr unsterblich....die einschläge waren noch nicht so oft...aber sie waren da: da starb der alte schulkamerad aus der volksschule, fiel einfach so um und war tot, die kindergartenfreundin....krebs...tot, das ende der unsterblichkeit !!!!! und die gedanken, was ist mit dem kind, wenn dir auch so etwas passiert ???? willst du das ??? so früh sterben ???oder einfach nur so krank werden, daß du dir nicht mehr alleine helfen kannst ??? nicht mehr die freiheit besitzen, dein leben so zu gestalten, wie du willst ???
mit 45 startete dann der erste...einer von vielen versuchen...das rauchen aufzugeben....meiner gesundheit zuliebe....aber so richtig überzeugt war ich nicht wirklich. eigentlich....so redete ich mir ein..hast du doch immer gerne geraucht und willst doch nicht wirklich aufhören (böse böse suchtteufel in meinem kopf !!!) der erste versuch war mit hypnose und akupunktur....es folgten viele weitere mit allen hilfsmitteln die es jemals gab, auch kalte entzüge versuchte ich, nix ging....ich rauchte und rauchte und wurde immer kurzatmiger dabei.
dann mit ca 50 kehrte ich zurück in das büro meiner familie und arbeitet nach 10 jähriger abwesenheit wieder dort (zwischdurch woanders). in diesem büro nun wurde am arbeitsplatz nicht geraucht....allerdings gabs erlaubnis und gelegenheit jederzeit im garten oder keller zu rauchen....alles nur ein par schritte entfernt. komischerweise reduzierte ich mein rauchen in diesem büro auf ca 5-6 ziggis in den 9 stunden arbeitszeit....allerdings schaffte ich es, morgens und abends vor und nach der arbeit die restlichen 45 ziggis zu rauchen....voll pervers !!!! mittlerweile war ich 53....immer kurzatmiger und immer noch voll süchtig!! im august erzählte mir mein dok von champix, ich nahm das rezept mit und besorgte mir auch sofort die tabletten.
ich fand mich mittlerweile selber voll ekelig mit meiner gedankenlosen eine-ziggi-an-der-anderen-ansteckmentalität. ich war voll versklavt von meinen ziggis, ich konnte einfach nicht von ihnen lassen.
allerdings mußte ich noch etwas warten mit der einnahme....hatte mittlerweile mal wieder nen asthmaanfall....das volle programm mit notarzt und so....und mußte erst mal zusehen, die kortisontabletten abzusetzen. von diesem asthmaanfall habe ich mich bis heute nicht so richtig erholt, die copd kommt nun so richtig zu geltung, vor nem halben jahr konnte ich 20 meter schleichen und mußte dann pause machen, um zu luft zu kommen.
nun ja, auf jeden fall begann ich mitte september mit der einnahme von champix und hörte am 19. tag, dem 02.10.2008 um 00.00 uhr auf zu rauchen, unfaßbarerweise erst am 19. tag... erstmal mußte aller tabak weggeraucht werden...und am nächsten morgen rauchte ich einfach nicht mehr....ich hörte einfach auf...ohne noch jemals von einem teufel in eine versuchung geführt worden zu sein. wers nicht glaubt lese hier in meinen tagebüchern, das erste in rauch-a.de:
http://rauch-a.de/forum/kettenraucher-t-1255-1.html und das zweite hier in unserem neuen forum: http://ohne-rauch-gehts-auch.foren-city.de/topic,11,-claeuschens-tagebuch-kettenraucher-nie-mehr.html einmal in meinem leben mußte ich nicht kämpfen.......hatte einmal in meinem Leben so ganz richtig glück !!!! und zwar nur dank champix, viel lesen und auch schreiben in beiden foren und dank meinem mittlerweile wirklich vorhandenen willen aufzuhören!

und so nahm ich champix:

champix seit 15.09.2008
NMR seit 03.10.2008
champix reduziert:
ab 27.10.2008 morgens 1,0 abends 0,5
ab 10.11.2008 morgens 0,5 abends 0,5
ab 28.12.2008 morgens 0,5
ab 26.01.2009 jeden 2. tag morgens 0,5
ab 06.02.2009 keine mehr...immer vergessen...aber noch jede menge reserve vorsichtshalber....für schlechte zeiten

ich hatte keine nebenwirkungen von champix außer:
die ersten 2 wochen mit der vollen dosis war es mir nach der einnahme leicht übel...das ließ sich durch vorher essen und viel trinken beheben.
ich konnte zum ersten mal seit jahrzehnten nachts endlich durchschlafen....und das mindestens 7 stunden am stück
ich hatte sehr realistische träume....das fand ich toll

und das wars mit nebenwirkungen von champix,

nebenwirkungen vom nichtmehrrauchen:
der stoffwechsel hat ca. 4 monate gebraucht, um sich zu normalisieren, 8 kg hab ich zugenommen in der zeit....die müssen nun wieder runter....aber das hat zeit...viel wichtiger ist:
ich bekomme wieder besser luft....kann an den meisten tagen wieder flott längere strecken gehen...das wird zwar nie mehr ganz gut aber auch nicht mehr so rasend schnell schlechter, vielleicht läßt die copd sich sogar ganz stoppen.
und seit einer woche nach dem rauchstopp....nie mehr diese quälenden hustenanfälle, die mich sogar des nachts nicht haben schlafen lassen, jetzt huste ich höchstens mal, wenn ich mich wirklich mal akut erkältet habe....und selbst das ist nun in einem halben jahr erst einmal passiert.

nie mehr muß ich darüber nachdenken, ob ich wo auch immer hingehen kann...ob ich da auch rauchen kann....nie mehr mit anderen rauchern draußen rumdrücken.....NIE MEHR DER SKLAVE DER ZIGGIS SEIN, endlich bin ich FREI.
6 monate habe ich nun mittlerweile geschafft, in ein paar tagen werde ich 54, jung genug, um nun noch mal so richtig lospowern zu können...mit mehr luft...ohne kippen....ohne gestank....ohne versuchung durch den nikotinteufel.....ich bin MEGAGLÜCKLICH, es gibt ein neues leben!!!!

05.04.2009

und nicht vergessen: 

 

Rauchstopticker 

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